
Hallo Familie, Fremde und Freunde,
nun bin ich schon seit drei Wochen in Kanada und habe mich soweit gut eingelebt. Meine ersten drei Wochen auf der Highschool gingen schnell vorbei und machten viel Spaß. Auch wenn der Unterricht auf englisch beziehungsweise Französisch erfolgt, ist es spannend neue Dinge zu lernen. Das Fach, was zwar schwierig, aber interessant ist, Human Physiology, lässt sich am Besten verstehen, da ich die Fachbegriffe auf Deutsch nicht kenne und deshalb nicht übersetzen muss, sondern direkt abspeichern kann. Im Folgenden schreibe ich über ein paar Erlebnisse, der letzten zwei Wochen.
Ausflug ins acadien village
Die Austauschorganisation in Kanada vor Ort, hat Koordinatoren, die bestimmte Sachen für die Austauschschüler planen. Letzte Woche hieß es dann: alle in den klapprigen gelben Schulbus und drei Stunden Busfahrt (was hier ein kleiner Ausflug ist); Programmpunkt eins – Acadian village. Das Acadian Village ist ein Park mit exakt nachgebauten Häusern der ersten Einwanderer Kanadas. Im 17. Jahrhundert kamen die Franzosen hier her und bauten eine neue Kultur auf. Als ein paar Jahrzehnte später die Engländer besetzten, hatten es die, ab dann nicht mehr Franzosen sondern Acadier genannt, schwer zu überleben, da die Briten ihnen einfach das Land wegnahmen. Diese Häuser aus der damaligen Zeit, kann man nun seit gut 20 Jahren besuchen und sehen wie die Acadische Bevölkerung unter Angst und Unterdrückung noch bis ins Jahr 1956 gelebt hat. Hier ein paar Bilder des Dorfes.
nichts ist unmöglich



Am 14.09. war hier der Terry Fox Run. Terry Fox war ein kanadischer Athlet, der mit 18 Jahren sein rechtes Bein an Knochenkrebs verloren hat. Er entschied einen Marathon quer durch Kanada zu veranstalten. Stell dir das mal vor: ein Bein und knapp ein Jahr lang jeden Tag einen Marathon abzusolvieren. Terrys Ziel war es Geld für die Krebs-Forschung zu sammeln. 143 Tage und 5373 gelaufene Kilometer, hatte er nun schon hinter sich gebracht, als er sich schwach fühlte. Seine Vermutung Grippe. Er ging zum Arzt, die Diagnose: keine Grippe, sondern der Krebs hatte wieder getreut; diesmal in der Lunge. Er musste seinen Marathon abbrechen. Neun Monate später starb er an den Folgen seiner Krankheit. Terry Fox und seine Stiftung haben bis zu seinem Tot 750 Millionen CAD (513,5 Millionen Euro) gesammelt. Seit seinem Tot gibt es jedes Jahr in ganz Kanada Terry Fox Läufe, dessen Einnahmen an die Krebs-Forschung gehen. Ebenso in Campbellton. Und an diesem Lauf haben ein paar Freunde von mir und ich auch teilgenommen.
backen für den guten zweck

Die große kanadische Fastfood-kette Tim Hortons veranstaltet schon seit vielen Jahren einwöchige Aktionen, die örtlichen Einrichtungen helfen sollen. Für einen Dollar werden Smile Cookies verkauft, dessen komplette Einnahmen an – hier in Campbellton zum Beispiel – das Krankenhaus gehen. Das Dekorieren und Einpacken darf jeder machen, der Zeit hat: So sind wir am Montag zu Tim Hortons gefahren und haben für eine Stunde geholfen die Kekse zu dekorieren und einzupacken. Kekse dekorieren damit Menschen leben können. Nichts leichter als das. Damit auch die Leute in der Stadt mitmachen können, geben viele Arbeitgeber sogar eine Stunde in dieser Woche frei. Dadurch können viele Einwohner helfen und es wird ordentlich Geld gesammelt, um es zu spenden.
freizeit
Nach der Schule, gehen ab und zu mit den Freunden raus, so auch an diesem Tag. Deniz, Lydia und ich gingen zum Wasser und chillten ein Bisschen. Für Deniz war es nicht der beste Tag, denn er hatte erfahren, dass er die Gastfamilie wechseln muss. Er ist kein schlechter Mensch, passe aber nicht in die Familie. Zur Erklärung: meine Familie ist eine sehr positive und lebensfrohe Familie. Sie lachen viel, lieben – für kanadische Verhältnisse – gesundes Essen und unternehmen gerne etwas zusammen. Deniz mochte das alles nicht. Er mag kein Gemüse, trinkt am liebsten Pepsi Cola und wollte nichts unternehmen. Außerdem benutze er sehr viele Schimpfwörter in seiner Umgangssprache, weshalb meine Gasteltern entschieden, dass sie das nicht ein Jahr in ihrem Haus Alltag werden lassen wollen. Verständlich. An dem Tag war Deniz aber noch da und wir machten ein kleines Fotoshooting am Park (Die Fotos gleich in der Galerie). Jetzt lebe ich schon eine Woche alleine in meiner Gastfamilie, was mich aber nicht stört. Es war schön mit einem Gastbruder, aber es ist genauso nett ohne. Deniz hat jetzt eine neue Gastfamilie in Bathurst (Bratwurst) und ist dort sehr glücklich.
indian summer
Freitag gab es schon den ersten Geburtstag eines Austauschschülers: Wir wurden zu einem netten Lagerfeuerabend eingeladen. Die Kanadier essen dabei am liebsten Marshmallows mit Keks und Schokolade. Ziemlich süß und eine riesige Zuckerbombe. Ich bevorzuge dann doch lieber das gute Stockbrot. Zur Zeit ist es recht warm. Morgens zwar 0°C mittags wird es aber noch um die 25°C. Das ist ein sogenannter indischer Sommer. Die Temperaturen steigen hier dann nochmal bis Mitte Oktober etwas an. Hätte ich nicht mit gerechnet, dass ich dieses Jahr nochmal kurze Hosen tragen darf. Von einem sonnigen Nachmittag am Wasser erzählen die nächsten Fotos.
schlangenalarm
Mr. Soucy, mein Lehrer in den Fächern Biologie und Human Physiology, hat schon gefühlt alles erlebt. So hat er mal einem Mann aus Afrika bei irgendetwas – ich habe vergessen was es war – geholfen, und der hat ihm dann als Dankeschön ein Paket geschickt, in dem eine Schlangenhaut einer vier Meter langen Kobra eingepackt hat. Wir durften dann in Biologie diese Haut mal anfassen, da es zum Thema Zellerneuerung gepasst hat.

bunte bäume
So langsam beginnt der Herbst hier, trotz warmer Temperaturen. Es ist total faszinierend, wenn ich jeden Tag aufs neue aufwache und die Bäume, über Nacht, wieder ein bisschen roter, gelber oder blauer geworden sind. Das ist total schön. Noch sind es nur vereinzelte Blätter, aber ich bin sicher in ein paar Tagen sieht hier schon alles aus, wie auf einer Farbpalette. Also freut euch auf die kommenden Beiträge und Bilder zum Herbst. Auch der Winter nähert sich: Meinen Skipass für die gesamte Saison 2019/2020 habe ich mir gestern bei 26°C und in sommerlicher Kleidung gekauft.
sugerloaf mountain
Hier in Campbellton gibt es einen Berg, wie schon im zweiten Blogeintrag geschrieben, an dem man viele Aktivitäten machen kann. Im Winter Skifahren, im Sommer um den Berg laufen oder ihn besteigen. Heute sind meine Gastfamilie, Rachels Freunde und ich den Berg hinauf gestiegen. Es war recht anstrengend und eine echte Kletterarbeit. Oben angekommen wurden wir aber mit einem wunderschönen Blic und bei strahlendem Sonnenschein reichlich belohnt. Für euch habe ich ein paar Fotos gemacht, damit auch ihr die Aussicht und Landschaft genießen könnt.
Jetzt gleich fahren wir noch in die Provinz Quebec und pflücken bei einem Bauern frische rote Äpfel. So geht gesundes Leben!
fragen und antworten
| Fragen des letzten Blogs | Antworten | |
| Behält man bei der riesigen Auswahl im Supermarkt noch den Überblick? | Naja, wenn man gezielt auf der Suche ist schon. Allerdings wird man genauso wie bei Real dazu verlockt mehr zu kaufen. Hier ist aber nicht so, dass man Sachen im Wagen hat, die man nicht wollte, sondern eher das gleiche fünf mal. 🙂 | |
| Gibt es in Kanada auch eine Art „Hausmannskost“? | Wieder würde ich sagen: teilweise schon, teilweise auch nicht. Ein klassisches Essen in Kanada ist Poutine. Das sind Pommes mit Soße und Käse überbacken. Sortiere ich aber eher als Fastfood, sowie die Currywurst im Ruhrgebiet. Und andere Gerichte sind dann schon viel aufwendiger, als die klassisch-deutsche Hausmannskost. Das Essen hier ist ein Mix aus Amerikanisch-fleisch-haltigen und französisch leichten Essen. |

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Dein Tarik


































Hallo Tarik, auch hier hat heute mit Regen der offizielle Herbst angefangen. 😦
Zum Mittag kam dann aber doch noch ab und an die Sonne raus.
Dirk hat ja schon geschrieben, dass wir morgen nach Andalusien fliegen…freue mich sehr darauf und hoffe, dort noch etwas länger den Sommer genießen zu können. Laut Wetter-App sollen dort noch so um die 25° /30° sein.
Aber auch bei dir, scheint es ja noch sehr Sommerlich zu sein.
Von mir aus, kann es auch noch eine Weile so bleiben…Der Winter kommt noch früh genug!!!
Apropos Winter…du schreibst, dass du dir in kurzer Hose deinen Skipass gekauft hast…cool… 🙂
hab mir den Berg mal angeschaut…es gibt dort ja einige Pisten die sogar sehr anspruchsvoll sind.
So kommst du ja dann doch noch zum Skifahren. 🙂
Du in Kanada und wir in Österreich 🙂
Tarik, vielen lieben dank für deine tollen Eindrücke und Bilder hier…freue mich immer sehr, wenn es wieder etwas Neues von dir gibt.
Dirk und ich wir melden uns dann mal per whatsapp aus Andalusien..
Bis dahin…
Lieben Gruß aus dem Pott….und weiterhin viel Spaß :-*
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Hallo Tarik,
tolle Bilder und Eindrücke!
Morgen fliegen Gaby und ich nach Andalusien �Weiterhin viel Spaß an allen Dingen �
Salutations d‘Allemagne
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Der 1. regnerische Tag – was erfreut uns da und lässt uns staunen? DEIN neuer BLOG! Danke für alle Berichte und Bilder. Nachher ein 2.mal ansehen, es sind sooo viele Eindrücke.
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Great pictures from Sugarloaf Mountain! I’m looking forward to your autumn photos! Today in Germany autumn begins too. Rainy, cloudy, grey & wet.
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