
Der Oktober ist da, und damit auch der Herbst. Die Temperaturen pendeln jetzt zwischen -3°C und +10°C. Das es so kalt ist macht aber nichts, denn meistens strahlt die Sonne. Und abgesehen davon erscheinen die Blätter in wunderschön-herbstlichen-Tönen.
der wald in hunderttausend farben
Es ist noch nicht 100% Herbst, dennoch ist es schon sehr schön. Der Wald sieht aus, wie ein toller bunt-gepflegter Park; doch alles ist natürlich, und nicht von Menschen gemacht, wunderbar. Wenn ich mir jetzt so die Bäume und alles andere ansehe, bin ich sehr dankbar, hier sein zu dürfen. Ich will gar nicht zu viel schreiben; seht selbst wie toll es aussieht. Aber erst in den nächsten zwei Wochen kommt wahrscheinlich der Höhepunkt des Herbst, und dann hoffe ich, werde ich noch farbenfrohere Bilder machen können.
der berg ruft

Alle Austauschschüler, die Lust hatten konnten am Donnerstag, den 26. September, mit meinem Biolehrer, Mr. Soucy, den Berg erklimmen. Es war anstrengend, hat aber durchaus Spaß gemacht. Da ich im letzten Blog schon über die tolle Aussicht berichtet habe, möchte ich jetzt nur noch ein paar Fakten rund um den Berg und Campbellton erzählen.
1760 herrschte ein Krieg zwischen Frankreich und England. Es ging darum, wer von den beiden die alleinige Herrschaft Nordamerikas bekommen soll. Die letzte Schlacht, mit der die Franzosen besiegt wurden, fand hier direkt vor Campbellton, auf dem Restigouche River, statt. Vor der Industrialisierung war hier, in Campbellton und Umgebung, auch nicht viel los. Doch dann wurden hier zwei große Papierfabriken eröffnet und die Stadt wurde belebter. Mittlerweile ist Campbellton natürlich nur noch eine ganz normale Stadt und die Papierfabrik ist auch nicht mehr so wichtig, da, wie in so vielen Fällen, es einfach günstiger ist, in China Papier herzustellen. Nun zum Sugerloaf Mountain: dieser ist jetzt nicht die Zugspitze, aber immerhin, und das ist natürlich cool, noch höher als der Eiffelturm. Für die, die es nicht wissen, der Langenberger Sender toppt das Pariser Markenzeichen ebenso.
quäl dich fit
Diese Woche ist Gesundheitswoche. Begonnen hat sie am Samstag, den 28. September. Dort wurde der Skilift eingeweiht und man konnte auf dem Berg spazieren gehen. Unten gab es kostenlos Trauben, Äpfel, Datteln, Rosinen und andere Früchte. Leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt, wie man es sich wünschen könnte. Es war zwar kein strömender-, aber durchgehend leichter bis mittelstarker Regen. Dennoch habe ich mich nicht gescheut und habe zwei weitere Austauschschüler, Thien und Finja, mehr oder weniger freiwillig, mitgenommen und sie meiner Wandertour unterzogen. Oben war es echt schön und die Aussicht war mal wieder unbezahlbar. Das genossen auch Finja und Thien. Vier andere Austausschüler hatten die Idee, doch einfach eine Stunde Sessellift zu fahren. Auch sie hatten ihren Spaß. In der Galerie zeige ich euch ein paar Bilder von dem durchwachsenden, aber dennoch tollen, herbstlichen Tag.
zeit für kunst

e i n s

z w e i

d r e i
Marche des médecins | Doctors‘ Walk | Ärzte-Lauf
Am Samstag den 05. Oktober, – krass es ist schon Oktober – , gab es mal wieder eine Charity-Aktion. Dieses Mal vom Krankenhaus. Die Geschichte vom Doctors‘ Walk fängt bei den ehemaligen Nachbarn meiner Gasteltern an. Die Nachbarin war Ärztin und als ihr Bruder an Lungenkrebs starb, wollte sie ihm eine Erinnerung geben und startete die Aktion „Marche des médecins“. Seitdem veranstaltet jedes Jahr ein anderer Arzt aus Campbellton einen Lauf für eine andere Krankheit. Die Bürger und Unternehmen spenden Geld, das – dieses Jahr zum Beispiel, an die Kindergelbsucht und Frühbehandlung der Taubheit von Babys geht. Alle, die mitlaufen wollten bekamen kostenlos ein blaues T-Shirt. So sah das dann während des Laufes aus:
zombie-run
Zusätzlich zum Doctors‘ Walk war am Abend noch der Zombie-Run im 30 Minuten entfernten Charlo. Charlo ist ein kleines Örtchen in der Chaleur-Bucht, wo ich aber auch schon war. Zombie-Run hieß, ein Spaziergang durch den Wald mit drei Bändern am Bauch und überall, als Zombie verkleidete, Menschen, die versuchen unsere Bänder zu klauen. Am Ende war es ein Bisschen gemein, denn da waren zwölf auf einmal und ich verlor alle meine Bänder. Zum Glück fand meine Gruppe und ich noch auf den letzten Metern ein rumliegendes Band, und so konnte ich, wenn auch mit flunkern, doch noch die grüne Survivor-Medaille mitnehmen.
damit auch alles rund läuft
Am Freitag, den 04. Oktober, holte uns Margret, unsere Vor-Ort Koordinatorin, ab, um noch ein paar Dinge zu holen, die man eventuell im Austauschjahr gebrauchen könnte. So gingen wir zum Civic Center – das ist quasi die Halle, in der alle sportlichen Sachen, wie Schwimmen, Schlittschuhlaufen, etc., stattfinden – um uns die Pässe zu Benutzungserlaubnis zu holen. Im Center selbst, schauten wir uns noch schnell das Schwimmbad und die Schlittschuh-, Eishockey-Halle an, und wie Jugendliche nun mal sind, probierten wir doch gleich auch mal die Eisfläche mit unseren Sneakern aus. Nachdem wir uns ausgetobt hatten, bekamen wir bei Tim Hortons noch ein leckeres Getränk und einen Donat ausgegeben. Gestärkt ging es anschließend zur Bibliothek, wo wir unsere Büchereiausweise bekamen. Die Bibliothek ist hier ganz anders: man kann sich so ziemlich alles ausleihen, was man möchte. Von klassischen Büchern, bis hin zu 10 Staffeln einer Serie. Und wem das nicht genug ist, der holt sich eben im Winter noch seine Schneeschuhe dort – alles kostenlos. Ich nahm mir dann erstmal eine Blue Ray (bessere DVD) mit: Sherlock, die BBC Serie. Zuhause stellte ich dann fest, dass mein Laptop ja gar kein Laufwerk hat. Aber egal, dann gucke ich es halt im Wohnzimmer.
Sugerloaf Senior High School als erste Nativ-freundliche Schule

Hier in Campbellton leben sowohl die Einwanderer Kanadas als auch die Natives (ehemals Indianer). Meine Schule wurde jetzt zur ersten Schule der Provinz New Brunswick eingeweiht, die Hand in Hand mit beiden Arten von Schülern gleich oder besonders gut umgeht. Hört sich jetzt erstmal nicht besonders an, wenn man aber überlegt, dass New Brunswick so groß wie Nordirland ist, schon. Basierend auf dieses Ereignis, hatten wir dann Montag und Dienstag besondere Aktivitäten in der Schule und es gab kostenlos klassisches Mi’kmaq – so heißt die Native-Bevölkerung – Essen: Elch! Schmeckte echt nicht schlecht. Der Veranstalter hat mir auch den Elch gezeigt, wie kurz nach dem Jagen aussah. Klasse, sein Fleisch noch lebendig zu sehen! Am Dienstag war dann die Aktion dass man Elch-Rufe, vor der ganzen Schule, machen muss. Ich habe mich nicht gescheut und nachher hat die Schule mich als besten Elch-Rufer gewählt. Mein Preis: $25 Gutschein für Tim Hortons und $20 cash. Da hat sich doch die kleine Peinlichkeit gelohnt!
dankbar für die zeit
Danke sagen, fällt nicht schwer, doch meine Dankbarkeit ist viel mehr. Startet die Sonne am Morgen ihren Lauf, schaue ich gerne aus dem Fenster raus. Denn der Himmel ist so wunderschön; die morgendliche Röte toll anzusehen. Mach‘ ich nach der Schule einen Spaziergang, sehe ich, dass ich sehr dankbar sein kann. Das Meer, den Berg direkt vor der Tür, das macht es noch viel schöner Hier. Auch wenn ich manchmal an Zuhause denk‘, merk ich wie Gott mich hier beschenkt. Mit allem, was ich brauch und hab‘, gehe ich glücklich durch jeden Tag. Und erst recht die netten Leute sagen mir, ich sei genau richtig hier! Am Ende des Tages sag ich dann:“Danke, dass ich hier sein darf“ und falle dankbar in den Schlaf.
Ich danke euch allen sehr für eure zweiwöchigen Kommentare! Auch dieses Mal freue ich mich sehr, wenn ich von euch etwas lesen darf.


































Hallo Tarik sieht alles super toll aus �alles was du dort erlebst wird dich dein ganzes Leben begleiten also habe immer viel Spaß und mache so viel wie möglich Grüße Dirk
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Berührend dein neuer BLOG! Vor allem deine Dankbarkeit. Auch wir sind sehr dankbar, dass du dort am richtigen Platz bist und nicht heimwehkrank wirst. Schummeljunge – ich meine das gefundene Band!! Hätte ich auch so gemacht. Herrliche Bilder, wir freuen uns mit Dir und drücken dich ganz fest!
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Hallo Tark…oder sollte ich besser sagen…
Hallo bester Elch-Rufer Kanadas 🙂
Auch hier wird es langsam von Tag zu Tag Herbstlicher….allerdings sind die Blätter hier noch nicht ganz so schön bunt wie bei dir.
Wie Oma Gerda schon schreibt…die kleine Schummelei sei dir gegönnt…12 Zombies auf einen…ist auch unfair 🙂
Wenn du wieder Zuhause bist…können wir ja auch hier mal an einem Lauf…der für einen guten Zweck ist…teilnehmen.!!!
Tarik, es war wieder schön und interessant deine Erlebnisse zu lesen.. und die tollen Fotoaufnahmen dazu zu sehen.
Freue mich für dich, dass dir alles so gut gefällt und du Glücklich bist.
Genieße die Zeit…
Bis ganz bald mal wieder…
Herbstliche Grüße aus Essen und eine dicke Umarmung nach Kanada :-*
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Hallo Tarik . Auch ich habe mich wieder über deinen Blog gefreut.Es stimmt der Herbst ist da,es ist nur noch nicht so schön bunt wie bei dir auf den Bildern.Das es dir soviel Spaß macht an allen teilzunehmen,das kennen wir ja von dir so bist du ,habe weiter hin soviel Spaß Oma
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Yes, what should one say? My son…… Finally, the junk has paid off all those years! The month-long practice of animal sounds, mooing and bleating….
I congratulate and am very proud of you! Fantastic. ���
And have many thanks for your photografic impressions. � Lovely!
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