Weihnachten, eines der angenehmsten Feste im Jahr. Für mich, dieses Mal nicht im gewohnten Kreis der Familie, in Deutschland, sondern über 5000 km entfernt mit anderen Menschen, aus einer anderen Kultur. Doch auch vor dem eigentlichen Weihnachtsfest, hatten wir noch ein paar Veranstaltungen. Meine letzten zwei Wochen:
Neugierige Kinder
Die dritte Klasse der Grundschule, hier in Campbellton, beschäftigte sich vor den Ferien mit den unterschiedlichen Weihnachtsbräuchen, rund um den Globus. Da war es natürlich günstig, dass es uns Austauschschüler gibt und wir ihnen sogar, aus eigener Ehrfahrung, erzählen konnten, wie das Weihnachtsfest bei uns gefeiert wird. Auf Anfrage der Lehrerin sind also Alper und Tan, aus der Türkei, sowie Max und ich, stellvertretend für die deutschen Bräuche, zu den kleinen Schülern und haben über unser Weihnachten gesprochen und ihre Fragen beantwortet. Es war sehr schön den aufmerksamen Kindern zu erzählen, wie es so bei uns ist. Als Dankeschön bekam jeder von uns noch ein selbst gemaltes Bild von einem Schüler in seiner Familie, an Weihnachten.
Weihnachtsfeier
Am Mittwoch vor den Ferien, lud unsere Koordinatorin uns nochmal zu einer kurzen Auszeit ein, in der wir Lebkuchenhäuser bauten, Weihnachtsdeko bastelten und gemeinsam etwas Zeit verbrachten. Viele Lebkuchenhäuser sahen auch echt spitze aus. Meine Idee: ein friesisches Lebkuchenhaus – also ein Haus mit einem langen Dach, das fast bis zum Boden reicht. Als ich mit dem Gestalten komplett fertig war, gab es nur noch ein Problem: die Schwerkraft zu überwältigen. 3, 2, 1 – jap, hält! Klasse. 20 Sekunden später verschiebte sich allerdings alles ein Bisschen und das Haus krachte nach vielen Rettungsversuchen schließlich in sich zusammen – hat die Schwerkraft also doch gewonnen. Naja, was soll’s, schnell weiter zum Basteln. ALs Material hatten wir weiße Bretter, zum Bemalen und braunes Band, zum Kleben. Jetzt hätte man natürlich coole Rentiere, oder Nikoläuse machen können. Ich nahm mir aber lieber einen Bleistift, malte eine Vorlage und klebte mit Heißklebepistole das Band, vorsichtig, Stück für Stück, an meiner Skizze entlang, fest. Das Ergebnis, dieses Mal geglückt – die Insel steht.

Am Abend gab es dann noch ein Schulbasketballspiel, das wir uns anschauten. Ich, aber nur halb, da ich noch mit Mama und Freunden telefoniert habe. Trotzdem ist natürlich eine gute Aktivität, das Schulteam zu unterstützen.
Battle of Bruins
Das Battle of Bruins ist einer der größten Veranstaltungen in diesem Schuljahr. Die ganze Schule bekam am diesem Tag unterrichtsfrei und bereitete sich auf den großen Schulkampf vor. Es gab drei Teams, die gegeneinander antraten und um den ersten Platz kämpften. Jedes Team bekam in der Sporthalle jeweils eine Wand zugeteilt, die sie komplett gestalten mussten. Anschließend startete der Wettkampf mit den einzelnen Eröffnungstänzen. Die drei Teams waren in unterschiedliche Farben unterteilt – blau, grün und rot. ich war im roten Team und da dieses noch Leute fürs Tanzen brauchte, stieg ich noch schnell in die Choreografie mit ein. Auch wenn es am Ende nicht für Platz eins gereicht hat, hatten wir alle viel Spaß und Freude daran, teilzunehmen.

Die Ecke meines Teams 
Team Red – Santa in the Summer 
Eröffnungstanz
und noch schnell zum lift…
Wenn man nach der Schule schnell genug ist, schafft man es noch vor Sonnenuntergang zum Skihügel. Auf der schwarzen Piste „Panorama“, bekommt man dann auch ein richtiges Panorama zu Gesicht. Hier, kurz vor dem Sonnenuntergang. Was ein magischer Moment!

Sonnenuntergang „Panorama“ 
Weitblick 
Sugerloaf Mountain 
Schneeweiß 
Die Nacht bricht an
Weihnachten heisst freude
Im letzten Blog hatte ich ja darüber berichtet, wie die Kanadier ihr Weihnachtsfest feiern – nämlich am Morgen des 25. Dezember. Stimmt soweit auch, aber nicht meine Familie. Diese mag nämlich lieber ausschlafen und feiert deshalb am Abend des 24.12. mit Freunden und Familie Weihnachten. Dementsprechend gab es alle Geschenke schon am Abend. Eigentlich wollten wir auch in die Kirche gehen, da die Zeiten jedoch so ungünstig waren – auch hier kommen auf einen Pfarrer mehrere Gemeinden – haben wir entschieden, lieber alles gut vorzubereiten und den Kirchgang auszusetzen. Zu Essen gab es Truthan und diverse Beilagen, sowie einen spezialen cubanischen Dessert.

Meine Serviettenfaltvariante 1 
Meine Serviettenfaltvariante 2 
Guter Käse als Weihnachtsgecshenk 
Weihnachtsdinner 
Mein Geschenktisch 
Geschenk von Monique (Rachels Schwester)

Am nächsten Tag ging es, gegen Nachmittag, zu Rachels Schwester, wo wir mit FIngerfood versorgt wurden und uns mit Kartenspielen amüsiert haben. Da wir eine so große Runde waren dauerte eine Runde „Pay me“ über zweieinhalb Stunden. Trotzdem hatten wir viel Spaß und haben auch viel gelacht. In meiner Familie spielen sie hier überings immer mit Geldeinsetzen, die meistens mit einem Starteinsatz von 2 Dollar anfangen und pro Runde 25 Cent betragen. Tut zwar keinen weh, das zu verlieren, ist aber trotzdem komisch, in der eigenen Familie, immer um Geld zu spielen. Naja, jedenfalls hatten wir einen sehr schönen Nachmittag beziehungsweise Abend. Am 26.12. stand nicht viel auf dem Plan, deswegen nutzen wir die Zeit, um ein paar Weihnachtsfilme zu sehen. Ich wollte allerdings nicht den ganzen Tag im Haus verbringen und so bin ich, gegen 15 Uhr, draußen einen Spaziergang machen gegangen. Es war zwar relativ kalt, doch die frische Luft tat sehr gut!
Zuhause bei den Rentieren
Am 28. Dezember besuchten wir Freunde in Kedgwick [Kettwig], denn in der Nähe ist ein Wald, wo Rentiere in freier Wildbahn leben und über die Jahre so zahm geworden sind, dass man sie mittlerweile füttern kann. Gerade erst angekommen, sahen wir schon die ersten Rentiere im Wald umherlaufen. Schnell stapften wir durch den Schnee, um sie noch von Nahen zu sehen. Einige waren sehr scheu und trauten sich nicht so nah an uns Menschen heran, andere widerum, kamen ganz ruhig auf uns zu und aßen uns Apfelscheiben aus der Hand. Aber nicht nur das, die Rentiere waren so auf das abwechslungsreiche Essen konzentriert, dass sie uns sogar aus dem Mund aßen. Sehr lustig und süß, ich war aber auch froh, als ich nachher Zuhause mein Gesicht waschen konnte. 🙂 Alles in allem, war das ein echt richtig cooles Erlebnis. Zum Glück hatte ich meine Kamera dabei und mit einer Abfelscheibe in der Kamerahand, gelangen auch Selfies.
Lösung aus dem letzten blog
- Wie heißt die Ortschaft, die wir auf unserem Rückweg von Quebec City passieren mussten?
a) Tom Jones is not dead
b) Lüneburger Heide
c) Saint-Louis-du-Ha! Ha!
d) Village Losi van Mosi Wie viele Teile von Liedtexten sind in diesem Blog versteckt?
2. Wie viele Teile von Liedtexten waren im Blog „Weihnachtszeit, Weihnachtszeit, macht euch für das Fest bereit!“ versteckt?
Es waren vier Lieder in den Überschriften versteckt:
1. Weihnachtszeit – Rolf Zuckowski
2. Macht die Türen auf – Detlev Jöcker
3. Alle Jahre wieder – (Text) Wilhelm Hey (Melodie) Friedrich Silcher
4. Wir entdecken neues Land – Volkmar Hamp
Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Rätseln, doch diese Woche verschone ich euch mal.
Fragen und Antworten
| Fragen aus dem letzten Blog: | Antworten: |
| Gaby: Habe ich das richtig gelesen in der Antwort vom Papa, dass ein Austauschschüler aus Stralsund kommt?? Wenn ja, hast du sicherlich erzählt, dass du schon einmal dort gewesen bist. | Ja, das hast du richtig gelesen und natürlich habe ich ihm davon erzählt, dass wir schon einmal da waren. |
| Gaby: Dirk und ich fahren Ende Mai wieder nach Zingst…dreimal darfst du raten, welche Wohnung wir wieder haben. | Na, Mühlenstraße 19 bestimmt! |
| Gaby: Ich habe gelesen, dass auch in Kanada eine Art Karneval gefeiert wird. Und das der Schneemann „Bonhomme“ da der Inbegriff der fünften Jahreszeit ist. Bin gespannt, ob es stimmt und du uns wenn es soweit ist, etwas darüber erzählen kannst. 🥳🥳 | Bis jetzt habe ich hier noch nichts davon gehört, aber ich werde meine Ohren aufhalten! |
| Dirk: Habe in kurzer Zeit im Hochwasser schöne Hechte gefangen. Dies war an der Stelle wo wir zusammen schon einmal geangelt haben. Du weißt bestimmt noch wo das war. Damals hast Du ein junges Mädchen ausgefragt und dann haben wir noch einen schönen Hecht gefangen 🎣 | Ja weiß ich noch – an der alten Ruhr. Die Geschichte mit der (bestimmt 28 Jährigen) Frau, die MIR erzählt hat, dass ich noch vor Oktober einen Angelschein machen solle, da ich danach 206 Fischarten mehr lernen müsse, wird auch immer wieder verdreht… 😂😉 |
| Vadder: What do you actually do in school sports? | Here in Canada, they don’t have classical school sport (PE). However, they have the teams like Basketball. I don’t know yet, but probably when volleyball season starts, I go to the Try-Outs and try to play for the Volleyball team. |
| Vadder: How do the other exchange students see the school quality in the final exams? Do they find everything easy at all or are there difficulties for them? | Pretty differently. Some exchange students do not see the point of the big final exams, other do. Some found it not too bad other say it was horrible. It was not easy for everyone but also not difficult for all. I think it also always depends on the participation in class and how well you listen to the teacher’s instructions. |
| Vadder: Do you actually get used to the daily extreme cold or do you sometimes long for the bleak winter in good old Germany 😉? | I get pretty well used to the cold here. I don’t really care whether it’s too cold or not. I am still walking every morning to school – so I accept the cold. However, I miss bicycling around the Ruhr but for that I have enough snow for doing some nice winter activities! |
| Vadder: Do we actually have to go skiing every year so that you stay in shape? | Of course not, we don’t. Anyways, if you want to, I won’t say no! 😂 Skiing is fun!😉 |
| Vadder: Do you now go to ice hockey more or something? You wrote sometimes something about the school teams and I think Anthony’s team. I‘ m interested if it is so. | The answer you could read in this blog. The hockey team I wrote about, end of October, was the team of Anthony’s cousin, not Anthony’s school. > Si tu sais, Anthony va au l’école français et n’est pas chez moi. Puis, il ne fait pas un sport au l’école, comme moi. Il aime jouer les jeux vidéo. |
Das war es für diese Woche. Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß beim Lesen und vor allem eine gute und besinnliche Weihnachtszeit. Jetzt wünsche ich noch zwei gute Resttage im Jahr 2019 und dann hört ihr nächstes Jahr wieder von mir. Guten Rutsch!
Gerne dürft ihr mir auch diese Woche wieder einen Kommentar, Feedback oder Fragen hinterlassen! Bis 2020,









Hallo Tarik, ich habe mit Freude deinen Blog gelesen. Schöne Bilder von den Rentieren! Alles Liebe, Iris und Peter
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WILLKOMMEN 2020
Du: Rachels Nichte hat einen neuen Hund – ist der nicht süß?
Jaaa , der ist super süß 🙂
Ich hatte ja das Glück am 1. Weihnachtstag den Tag bei Muffin und ihren Babys zu verbringen und es war Großkuscheln angesagt.Das tat gut 🙂
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Hallo Tarik, auch hier nochmal ein gutes neues Jahr2020 🎉🎉🎉🎉
Wie ich hier lesen konnte, hast du Weihnachten in Kanada auch sehr schön verbracht und gefeiert…dein Geschenktisch sieht auf jeden Fall sehr vielversprechend aus 👍😉
Der kleine Hund…ist süß…und scheint auch noch ein Baby zu sein…oder??
Ist das ein Labrador?? 🐶
Respekt für das füttern der Rentiere…eine Apfelscheibe im Mund zu haben.. und so die Tiere zu füttern….puuuuhhhh, dass hätte ich mich nicht getraut. 👍👍👍 mein Respekt dafür.
Unser Urlaub ist jetzt auch schon wieder rum…die Woche in den Bergen beim Skifahren war sehr schön…wir hatten jeden Tag Kaiserwetter 🌞⛷🌞
Wie man ja liest, macht dir das Skifahren auch sehr große Freude…
Lieber Tarik, ich wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit…und freue mich jetzt schon auf deinen nächsten Eintrag.
Ggglg Gaby 😚
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Hello Tarik, now the holidays are over, the last Party just yesterday with Grandpa’s birthday, and I’m curious what you’ll say about New Year’s Eve in Canada.
I’m still interested in what you actually told the primary school children? Did the other Germans tell different customs than ours? And why did they actually ask the Turks, who are probably overly Muslims and do not celebrate Christmas at all…?
How did the other exchange students deal with Christmas? Was it hard for the others? Did they send or receive large packages home?
I would also be interested to know whether the Canadian families are more likely to give themselves practical things or rather „Nippes“ 🙂 as Christmas gifts ?
All the best for starting school in the new year. I hope you get a good timetable!
PS: Go to the hairdresser, Hübi!
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