An Tagen wie diesen

Einer von zwei Trips ist nun schon rüber. Außerdem liegt eine Woche mit wunderbaren Wetter und tollem Sonnenschein hinter mir. In diesem Eintrag geht es heute, um Geschichten von Ausflügen in andere Städte, sowie Erlebnisse von mir, hier vor Ort in Campbellton. Außerdem gibt es natürlich wieder tolle Bilder, um auch den visuellen Genießer zu unterhalten. Aber starten wir erstmal…


Wir sind unterwegs

Letztes Wochenende war es wieder soweit und wir Austauschschüler aus Campbellton und Dalhousie (Bochum Dalhausen) gingen auf Tour, um etwas Neues von Kanada zu entdecken. Am Freitag, um 7:30 Uhr in der Früh, trafen wir uns alle auf dem großen Parkplatz, in der Nähe von Superstore und Walmart, die zwei großen Discounter hier, wo uns der Bus 15 Minuten später abholte. Unser erstes Reiseziel war Hartland, ein kleines, nicht wirklich besonderes Städtchen. Nicht wirklich besonders, bis auf zwei Dinge. Dort gibt es nämlich eine Chipsfabrik, die man besichtigen kann, da alles aus Glas gebaut ist, und man so den gesamten Prozess der Chipsverarbeitung miterleben kann. Nach der Führung durch die einzelnen Prozesse, durften wir alle eine kleine Tüte Kartoffelchips mit dem Geschmack, den wir wollten, würzen. Ich probierte mich durch alle durch – von Barbecue über tropische Früchte bis hin zu Chili. Zum besseren Verständnis, muss ich sagen, dass die Amerikaner, beziehungweise Kanadier keine „normalen“ Chipssorten besitzen. Dementsprechend gab es auch nicht die einzige Chipssorte, die ich als einigermaßen essbar bezeichne, nämlich Paprika/Ungarisch. Trotzdem wollte ich mir die Möglichkeit nicht nehmen und entschied mich schlussendlich für einen Mix aus Mac and Cheese und Chili. > Mac and Cheese ist ein traditionelles Nudelgericht in Nordamerika und Großbritannien. Dabei handelt es sich um nichts geringeres als Makaroni-Nudeln in Käse-Sahne Soße.

Längste überdachte Brücke der Welt

Die zweite Attraktion, die Hartland zu bieten hat, ist eine Brücke. Dabei handelt es sich nicht um irgendeine, sondern um eine überdachte Brücke aus Holz. Nicht spektakurlär genug? Es ist auch noch die längste der Welt. Hört sich jetzt erst einmal nach einem Wow-Faktor an, ist aber eigentlich gar nicht so besonders. Denn die Brücke ist nur knappe 391 Meter lang. Zum Vergleich, die Hohenzollernbrücke über dem Rhein in Köln, hat eine Länge von 409 Metern. Jedoch ist die Brücke jetzt nicht langweilig oder ganz uninteressant, denn bei dem schönen Sonnenschein, konnten wir tolle Bilder vom St. John River und der Brücke an sich schießen. Außerdem ist die Brücke nur einspurig und verfügt über keine Ampel. Man muss also immer gut aufpassen, und nachsehen, ob alles frei ist und man die Brücke überqueren kann. Darüber mussten wir uns allerdings nicht kümmern, da wir, auch wenn es – 38°C war, die Brücke zu Fuß überquerten. Meine persönliche Einschätzung, warum dies die längste überdachte Brücke der Welt ist, ist, da man nunmal eigentlich keine überdachten Brücken braucht, somal man ja schließlich auf der anderen Seite wieder ins Freie kommt. Was sagt ihr dazu? Schaut euch hier, in der Galerie meine Fotos an.

Das Geisterhotel

Nicht allzu weit von dieser „spektakulären“ Stadt, Hartland, übernachteten wir in einem schönen luxeriösen Hotel-Resort, in St. Andrews. Das Algonquin Resort ist allerdings nicht irgendein tolles Hotel, sondern hat eine spannende Geschichte. Im erstamls im Jahre 1889 erbauten Hotel, gab es nämlich nach Eröffnung eines weiteren Flügels, im Jahre 1915, ein großes Feuer, bei dem fast das gesamte Hotel abbrannte. Eine Angestellte und ein kleiner Junge kamen dabei ums Leben. Etwas später, im 20. Jahrhundert, sollte auf dem Anwesen eine Hochzeit stattfinden. Der Bräutigam tauchte allerdings nie auf und da die Braut so unglücklich war, sprang sie aus dem Fenster, der Hochzeitssuit, im dritten Stock. Seither, sagt man, dass die tote Braut, sowie der Junge, als auch die Angestellte im Hotel im dritten Stock herum spooken. Es gibt auch zahlreiche Zeugenberichte, die von ihren Erlebnissen in dem Hotel erzählen. Manche Hochzeitspaare finden das so interessant, dass sie extra aus diesem Grund das Hotel buchen und man sagt, dass die Braut jedes Mal felsenfest schläft, während der Mann kein Auge zu bekommt, da die zurückgelassene Braut, den Mann auf trapp hält, da sie, verständlicherweise, keine Männer ausstehen kann. Das Hotel hat es sich dementsprechend richtig zum Markenzeichen gemacht und gibt mittlerweie sogar schon Touren durch das Hotel und den Angestelltenbereich, um von den Geistergeschichten zu erzählen. In dem unten zu sehenden Bild, versteckt sich der Geist, des Jungens. Könnt ihr ihn finden?

Tipp: Er sitzt auf einem Stuhl.

Hier noch ein paar mehr Bilder vom ersten Tag:

Große Heie, kleine Fische, viel schatten, viel licht – hier im großstadtrevier!

Dank der Zimmerlage im zweiten statt im dritten Stock, haben wir die Nacht gut überlebt und so ging es nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet weiter nach Moncton. Auf dem Weg dorthin, hielten wir für gute 2,5 Stunden in der Hafenstadt Saint John, wo wir den Farmers Market besuchten. Farmer Markets sind, wie der Name schon verrät, ursprünglich Märkte gewesen, wo Bauern ganzwöchentlich ihre Güter zum Verkauf gestellt haben. Mittlerweile gibt es jedoch natürlich weniger Bauern und so wurde aus den ehemaligen Bauernmärkten, Handwerkermärkte. Zu kaufen gibt es also alle möglichen Varianten von leckern Kleinigkeiten bis hin zu künstlerischen Gedöns, um es mal lieb auszudrücken. Allerdings ist es trotzdem ganz nett dort durchzugehen, da es natürlich ein schöner Ort ist, wo Menschen zusammenkommen.

Nachdem ich jede Reihe ausgiebig abgegangen bin, wurde es dennoch genug und so entschloss ich mich, mich auf dem Weg zum Hafen der Stadt zu machen. Schön sonnig, jedoch mit leichter Brise und eisigen 25 °C unter Null, nicht der beste Moment für einen Spaziergang. Trotzdem wollte ich mir die Zeit vertreiben und habe mich so in meinen Schal und Handschuhe eingepackt und bin runter zum Wasser gegangen. Dort angekommen, genoss ich es richtig, die tolle Seeluft einzuartmen und ich merkte, wie sehr ich doch die raue Küste vermisse. In Campbellton haben wir zwar auch eine Bucht, allerdings ist diese zur Zeit, (seit November), zugefroren und der Schnee häuft sich nur so auf dem Feld aus Eis. St. John hat einen echt netten Charme und dank des praktischen Kamerarucksacks, konnte ich meine Kamera leicht mitnehmen und sie direkt für schöne Fotos rausholen. Schaut selbst:

Auch das Einkaufszentrum war gemütlich, ein Bisschen Retro, wie zu Beginn bis Mitte des letzten Jahrhunderts eingerichtet.

Später in Moncton angekommen, hatten wir noch Zeit, zum shoppen, oder sich andererseits zu beschäftigen. Da ich nicht so sehr in Shopping interessiert war, machte ich von unserem Hotel, das Château Moncton, welches direkt am Fluss liegt, einen kleinen Spaziergang. Wie schon im September, in meinem Blogeintrag „Hallo“, sagt man in Kanada berichtet, fließt durch Moncton der sogenannte chocolate river, der nach seiner schokoladigen Farbe benannt wurde. Gerade im Winter, wenn die kleinen Eisberge auf dem Gewässer schwimmen, sieht der Fluss echt komisch aus. Monctons Schokoladen Fluss ist auch von den Gezeiten stark betroffen. Nicht weit von dort entfernt, befindet sich nämlich die Bay of Fundy mit dem größten Tidenhub der Welt. Jeden Tag bewegen sich 160 Milliarden Tonnen Wasser zweimal in die Bay of Fundy und wieder hinaus.


FUNFACT-RÄTSEL

Was meint ihr, wie groß ist der größte Unterschied zwischen Ebbe und Flut in der Bay of Fundy?
a) 12 Meter | b) 6,50 Meter | c) 21,50 Meter | d) 27,35 Meter
Schreibt mir eure Lösung einfach unten in die Kommentare, die Auflösung gibt es dann im nächsten Beitrag! PS: Nicht googlen!


Bevor wir am Sonntag dann wieder zurückfuhren, stoppten wir noch in einem Escape Room, in dem wir jeweils in einer Gruppe von zehn Personen versuchen mussten, die Rätsel zu lösen und aus dem Raum innerhalb einer Stunde rauszukommen. Gar nicht mal so einfach, da die Rätsel zum Teil ziemlich kniffelig waren. Dennoch schaffte es meine Gruppe als erstes, ca. vier Minuten vor Ablauf der Zeit, alle Schlösser zu knacken!

Anschließend ging es dann auch wieder nach Hause, wo wir uns noch ein Bisschen von den vielen neuen Eindrücken erholen konnten.


Was wir sonst noch so gemacht haben

Hier findet die World Pong Hockey Championship statt.

Freitag Morgen, bevor wir in die Chipsfabrik gegangen sind, fuhren wir noch zu einem Hockeyplatz, auf dem jährlich weltweite Hockeywettkämpfe stattfinden. So auch an diesem Wochenende. Jedoch hatten wir Glück und konnten, bevor der Wettkampf am nächsten Morgen begann, selbst noch auf einer der Eisflächen Hockey spielen. Ich habe es allerdings vermieden, da ich erstens, nicht der beste Schlittschuhläufer bin, zweitens, es – 37°C war und ich drittens, mir ein Wochenende vorher, beim Skifahren, mein Knie leicht verdreht habe und es nicht überstrapazieren wollte. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie dieser, als Hockeyfelder umfunktionierte See aussieht? Schaut im Bild:


Wandersaison eröffnet

Die letzte Woche war wirklich voller schönem Wetter und Sonnenschein und so entschied ich mich am Montag, mal wieder um den Sugerloaf Mountain zu wandern. Als ich die Strecke vom Haus bis zum Berg gemeistert hatte, dachte ich mir, warum nicht den Berg hinauf steigen? Leichter gedacht, als getan, denn nur weil die Sonne scheint, heißt es noch nicht, dass hier kein Schnee mehr liegt. So stapfte ich also gute 50 Minuten durch den anstrengenden Schnee, hinauf zur Spitze des Berges. Von Oben hatte ich dann aber eine wunderbare Aussicht und es war wirklich schön ruhig, denn nicht viele besteigen den Sugerloaf in dieser Jahreszeit. Natürlich war ich bestens ausgerüstet und nahm mit meiner Kamera ein paar Fotos auf!

Als ich wieder runter kam, überholte mich ein Mann, während ich völlig erschöpft durch den Schnee stapfte. Er war allerdings überhaupt nicht erschöpft, sondern fuhr munter, den mit Schnee bedeckten Waldweg entlang. Fuhr? Ja, richtig gelesen. Der Mann fuhr mit dem Fahrrad. Natürlich nicht irgendein Citybike, sondern eines dieser Mountainbikes mit den ca. zehn bis 15 Zentimentern breiten Reifen. Diese Fahrräder, die wir in Deutschland an den Stränden, der Nord- und Ostsee benutzen, nimmt der Herr hier als Forbewegungsmittel, im Schnee. Hätte ich das schon im Oktober gewusst, hätte ich mir vielleicht sogar ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Wer mich kennt, weiß ja, wie sehr ich das Fahrradfahren genieße. Jetzt lohnt es sicht aber nicht mehr wirklich, da nach meiner zweiwöchigen Kubareise, mit etwas Glück, nur noch ungefähr sechs Wochen Schnee liegt.


Sommer, sonne, skifahren

Dieses Wochenende war wirklich herrlich! Auf die durchgehend mit Sonnenstrahlen beschenkte Woche, folgte ein wunderbares Wochenende. So milde Temperaturen hatten wir seit vier Monaten nicht mehr. Samstag plus ein Grad und Sonntag sogar sechs Grad über Null. Trotzdem liegt noch mehr als genug Schnee zum Skifahren und Spaßhaben in der winterlichen Landschaft. Samstag und Sonntag ging ich also wieder auf die Piste und genoss das tolle Wetter! Es war so angenehm, dass man sogar ohne Gesichtsschutz fahren konnte und manche zogen sogar ihre Jacke aus und fuhren nur in Pullover Ski, beziehungsweise Snowboard – richtig schön! Des Weiteren werden die Tage jetzt wieder länger: die ersten Sonnenstrahlen sind gegen kurz vor sieben zu sehen und dann bleibt es auch bis nach 18:00 Uhr noch hell. Richtige Frühlingsstimmung also.


Fragen und antworten

Fragen aus dem letzten Blog:Antworten:
Gaby: Wohin in Kuba fliegst du?Ich fliege nach Holguin und von da aus fahre ich nach Manatí, wo die Eltern meines Gastvaters wohnen.
Gaby: Sind in Kanada Ferien, wenn du nach Kuba fliegst?Jein, am Samstag, den 29. Februar, beginnen die Märzferien. Diese sind allerdings nur eine Woche lang. Da wir aber finden, dass sich für eine Woche der Aufwand jedoch kaum lohnt, hängen wir noch eine Woche dran und bleiben für zwei Wochen in Kuba. Generell wird es hier in Kanada, nicht so eng mit den Ferien gesehen und man kann sich als Schüler für Reisen immer beurlauben lassen.
Dirk: (Bald Besitzer einer Bude in Kuba)Ich bin immer wieder am schmunzeln, wenn du den kleinen Witz wieder aufleben lässt! Ich werde mal sehen, was in dem kommunistischen Staat so möglich ist.

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Hier, füge ich jetzt nochmal die Links zu den Anbietern meines Podcasts ein, bei denen es in den laufenden Tagen auch diesen Blogeintrag wieder zu hören gibt. Jedoch habt ihr, als Leser meines Blogs, natürlich immer das Privileg, der Erstveröffentlichung, sowie der Bilder, die den Text untermalen. Die Untermalung der Geschichten im Podcast besteht nämlich aus Musik.

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Achtung information!

Da ich nächstes Wochende für zwei Wochen nach Kuba fliege, weiß ich noch nicht, ob ich die Möglichkeit habe, am darauf folgenden Wochenende einen neuen Eintrag zu posten. Ich verspreche jedoch, ich werde euch spätestens nach meiner Kuba Reise, in vier Wochen, wieder von allem erzählen. Und vielleicht ja auch schön früher!


Wie ihr merken könnt, ist hier immer noch einiges los. Ich hoffe, ich durfte euch wieder schöne Geschichten erzählen und ihr habt meinen Blogeintrag mit Freude gelesen. Wenn ihr noch Fragen habt oder mir einfach so etwas schreiben wollt, tut dies doch gerne unten im Kommentarbereich! Ich freue mich, über alle Nachrichten, die ich erhalte.

Haltet die Ohren steif und bis bald!

2 Kommentare zu „An Tagen wie diesen

  1. Hallo Tarik, an Tagen wie diesen…wünscht man sich Unendlichkeit. 🎶🎶🎶
    Wieder einmal sehr beeindruckend, deinen Blog zu lesen.
    Tolle Aufnahmen machst du 👍
    Bei dem Foto von der Brücke, dachte ich zuerst, sie sei aus dem Film
    The Bridges of Madison County…
    Mit Clint Eastwood und Meryl Streep.
    Aber dann habe ich nochmal genauer hingesehen…und sie ist es nicht.

    Tja, jetzt geht es ja schon bald für dich nach Kuba…sagte ich schon, dass ich dich beneide? 🤔😀
    Von den Temperaturen her, bekommst du doch sicherlich einen Schock 😂😓
    Und seinen Geburtstags auf Kuba zu feiern…ist mit Sicherheit auch nicht das schlechteste 🥳🎂

    Freue mich jetzt schon wie Bolle, wenn du uns nach deiner Rückkehr davon berichtest.
    Zu deiner Frage, wie der Unterschied zwischen Ebbe und Flut in der Bay of Fundy ist.. mhmh 🤔🤔🤔
    Ich tippe mal auf 21,50

    So, wie gesagt…es war wieder sehr interessant…du bringst uns dein Leben in Kanada durch deine Beiträge und Erzählungen ein ganzes Stück näher…und man bekommt einen Eindruck, wie du dort so lebst…
    Vielen lieben Dank dafür. 😘

    Tarik, bleib gesund…hab weiterhin an allem so viel Freude…und genieße Die Zeit und ein weiteres Erlebnis auf Kuba.
    Ggglg Gaby 😘

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